RADON-IM-KELLER.eu

RADON, ein Inwelt-Gefahrstoff

Radon (genauer das Nuklid Radon-222) ist ein natürlich im Erdreich und in der Luft vorkommendes radioaktives Gas, das geruch- und farblos ist. Ursprungsquelle dieses radioaktiven Edelgases ist das in der Erdkruste überall enthaltene Radium-Metall. Dieses Metall entsteht durch radioaktiven Zerfall von Uran. Die physikalische Halbwertszeit von Radon beträgt 3,8 Tage, d.h. nach dieser Zeit ist die Hälfte des entstandenen Radons radioaktiv zerfallen, nämlich unter Aussendung von Alphastrahlung, Die biologische Halbwertszeit des Radons beträgt nur circa 20 bis 30 Minuten. Auch hier bedeutet die Halbwertszeit, dass die Hälfte des Radons nach Verstreichen dieser Zeit vom menschlichen Körper ausgeschieden wurde. Beim Einatmen von viel Radon-haltiger Luft ist nach wenigen Stunden kaum mehr Radon im Körper nachweisbar. Gasförmiges Radon selbst ist eigentlich weniger bedenklich, sondern radonverursachtes Gesundheitsrisiko geht von den Zerfallsprodukten des Radons aus, nämlich seinen radioaktiven "Töchtern".

Illustration - Natürliche Zerfallsreihe von Uran 238

Quelle: binker.eu

Die „Radon-Töchter“ sind Zerfallsprodukte des Radons, denn Radon ist kernphysikalisch sehr instabil. Radon zerfällt nämlich in eine Reihe kurzlebiger ebenfalls wieder radioaktiver Folgeprodukte. Dies sind die nicht-gasförmigen Elemente Polonium, Wismut und Blei. Sie sind es, die im Organismus haften bleiben, während Radon als inertes Edelgas keine chemischen Verbindungen im Organismus eingeht und schnell wieder abgeatmet wird, bevor es zerfällt. Die biologische Wirkung des Radons und seiner kernphysikalisch-nachfolgenden Töchter beruht auf den sehr energiereichen Alphastrahlen, die bei den radioaktiven Zerfällen entstehen. Gefährlich wird Radon dann, wenn es in einem Gebäude angereichert wird, wobei sich damit auch die Zerfallstöchter in der Atemluft aufkonzentrieren. Das Radon gelangt schnell aus dem Untergrund in Gebäude über Undichtigkeiten, anfänglich vor allem in den Keller .

Illustration - Radon im Erdreich

Illustration - Radoneintrittspfade

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Sehr informativer Infoflyer zu Radon (Hinweis: Dr. Gerhard Binker ist ausgebildet zur Radonfachperson für Bayern und Sachsen und Mitglied im Kora.e.V. http://www.koraev.de/html/binker.html)

Das Edelgas (=nahezu chemisch nicht reaktiv) Radon hat folgende Haupteigenschaften:

  • geruchlos
  • geschmacklos
  • radioaktiv (= gibt Alphastrahlung ab)
  • farblos
  • viel schwerer als Luft
  • chemisch inert

Wie hoch die Radonkonzentration dann in den Häusern und Wohnungen ist, hängt überwiegend von den Gebäudequalitäten und der jeweiligen Bausubstanz ab. Schlecht isolierte Altbauten oder Häuser mit Streifenfundamenten oder gar ohne Bodenplatten sind besonders Radon-gefährdet.

Illustration - Radoneintrittspfade

Radongegenmasnahmen

Quelle: Flyer „Radon-Vorsorgemaßnahmen bei Neubauten“: Herausgeber: Gemeinsame Veröffentlichung von Radon-Fachstellen aus Österreich, Schweiz, Süddeutschland, Südtirol, BAG, Sektion Radiologische Risiken, CH-3003 Bern, Publikationszeitpunkt: 2012 (Dr. Gerhard Binker ist qualifizierte Radonfachperson der Schweiz (BAG), von Bayern (LfU) und Sachsen (SMUL), www.radonfachperson.org

Radon-Gas dringt dabei hier über Risse und Fugen in die Gebäudekeller ein, aber auch über erdberührte Wände und Fußböden, Erdwärmetauscher, Brunnen etc. Radongas verteilt sich oft rasch konvektiv im Gebäude, vor allem beim Heizen im Winter durch den Auftrieb. Radon-Ausgangspunkte können aber auch Baumaterialien sein, wenn diese Radium-haltige Mineralien enthalten. Dann wird die Bausubstanz selbst zum Radon-Emittenten.

Kellerinstallation

Abdichtung der Rohrdurchführung

Quelle: fotolia und www.radonfachperson.org